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Veranstaltungsangebote für den schulischen Bildungsbereich in Niedersachsen.

„LERNEN FÜRS LEBEN“ – Verschiedene Formate in Schule LEBENSKUNST //Von der Lebenskunst im Umgang mit mir und anderen
Nr.
VV18.006
Dauer
eineinhalb Tage
In Zusammenarbeit mit
HvB-Gymnasium Twistringen
Anfang
16.02.2018 , 14:00 Uhr
Ende
17.02.2018 , 18:00 Uhr
Anmeldeschluss
12.02.2018
max. Teilnehmer
16
min. Teilnehmer
6
Kosten
110,00 EUR
Adressaten
Lehrkräfte und Personen in der Schulsozialarbeit
Beschreibung
Das Lernfeld „LEBENSKUNST“ hat einen unmittelbaren Bezug zur Selbstgestaltung und zur Lebens- und Beziehungsgestaltung des Einzelnen, einmündend in die Definition des Begriffes LEBENSKUNST des deutschen Lebenskunstphilosophen Prof. Dr. Wilhelm Schmid:
„Die Arbeit der Gestaltung des Selbst kann als Kunst bezeichnet werden, und zwar sowohl bezogen auf das Selbst (Selbstgestaltung) als auch bezogen auf das Leben dieses Selbst mit sich und in der Vernetzung mit Anderen, das Leben in Gesellschaft, in sozialen und ökologischen Zusammenhängen, in denen das Selbst sein Leben nun auf reflektierte Weise führt (Lebens- und Beziehungsgestaltung)“. (Schmid, „Die Liebe neu erfinden“, 1997, S.71-72)
Persönlichkeits- und Beziehungsbildung sollte längst als Teil eines Bildungskonzeptes für junge Menschen angesehen werden. Sie kann die Grundlage bilden für die später wichtigen Lebens- und Liebesbeziehungen und die Beziehung zu sich selbst, und kann zu „Persönlich bedeutsamen Lernen“ in der Schule führen. Dazu Prof. Dr. mult. Hilarion G. Petzold:

„Ich brauche andere Menschen, um eine Persönlichkeit zu entwickeln. Ich verinnerliche andere Menschen. Und insofern muss dann ein Unterrichtsprogramm, das sich mit Persönlichkeitsentwicklung befasst, auch Passagen haben: Was können Menschen miteinander in der Dyade, in der Triade, in der Polyade an Entwicklungsarbeit, an Lebenskunst, an Lebenskunstwerk entfalten“. („Gespräche über Liebe“, Petzold & Kramer, 2013-14, S.29)

Am Hildegard-von-Bingen Gymnasium in Twistringen laufen bereits kontinuierlich Modellprojekte seit 2012 im Seminarfach „LEBENSKUNST“. In verschiedenen „Schritten“ und auf verschiedene Weisen ERFAHREN – BILDEN – BESINNEN – ENTFALTEN – HANDELN die Schülerinnen und Schüler gemeinsam und in wechselseitiger Korrespondenz mit den Pädagoginnen, Pädagogen und externen Fachleuten aus Psychologie, Paarberatung u.a.. Die Modellprojekte, die Durchführung und die Ergebnisse werden in die Weiterbildung eingewoben und präsentiert.
Die zwei thematischen Schwerpunkte des Lernfelds „LEBENSKUNST“ sind folgende:
„Lebenskunst im Umgang mit mir“ – Persönlichkeit (Selbst, Ich und Identität), Selbstgestaltung, Selbstentwicklung, Selbstwerdung, Selbstsorge u.a.m.

und

„Lebenskunst im Umgang mit den Anderen“ – Lebens- und Beziehungsgestaltung.
Dieses Themenfeld kann vor dem Hintergrund der Vielfalt der möglichen Nahraumbeziehungen wie, Freundschafts-, Liebes-, familiäre und kollegiale Beziehungen bearbeitet werden. In den bisherigen Modellprojekten dazu wurde jeweils das Thema „Liebe und die Gestaltung von Liebesbeziehungen“ in den Mittelpunkt des zweiten Schwerpunktes gestellt.
Dieser Fortbildungskurs ist auch im Bereich Prävention anzusiedeln. – Warum?!
„Die Erfüllung oder Nichterfüllung der zentralen Bindung ist nach den Forschungen der Beziehungsmedizin der langfristig stärkste Faktor für unsere persönliche Gesundheit und Krankheit. Angesichts dieser lebenswichtigen Priorität geschieht für das Zweierleben so gut wie nichts“. (Moeller, 2001, S.13) Andere Forscher schauen auf die psychosozialen Folgen, die diese Entwicklung zunehmender Instabilität in den Liebesbeziehungen für den Einzelnen, die Paare, die Familien und die soziale Gemeinschaft hat.

„Scheidung und Trennung sind kritische Lebensereignisse: es zeigt sich häufig eine höhere psychische Labilisierung, vermehrter Konsum von Alkohol und anderen Substanzen, Nikotinabusus, Schlaf-störungen, sexuelle Dysfunktionen, Depression, Ängste, höhere Aufnahme in sozialmedizinischen Institutionen, erhöhtes Risiko von somatischen Erkrankungen, geschwächtes Immunsystem, erhöhtes Suizidrisiko“. (Heinrichs, Bodenmann & Hahlweg, 2008, S.15).
Im Schulgesetz für die Niedersächsischen Schulen findet sich sowohl der Auftrag für „Persönlich bedeutsames Lernen“ als auch dieser präventive Bildungsauftrag wieder: siehe Niedersächsisches Schulgesetz (NSchG in der Fassung vom 3. März 1998 (Nds. GVBl. S. 137), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 19. Juni 2013 (Nds. GVBl. S. 165) im: § 2 – Bildungsauftrag der Schule, ff.
Zum Verlauf und Inhalt des Fortbildungskurses:
Vorrangiges Ziel ist, nach einer Annäherung an den Begriff „LEBENSKUNST“ und einer ausführlichen Einarbeitung in das polyzentrische Themennetz „LEBENSKUNST“, dass die TN in der Weiterbildung ausreichend Praxis erwerben in der Durchführung kreativer, erlebnisaktivierender und theoretischer Sequenzen. Die gemeinsame Auswertung von methodischen, didaktischen und prozessorientierten Sequenzen des Kurses soll die Kreation für eigene Projekte in der Schule, Unterrichtsgestaltung in verschiedenen Fachbereichen wie z.B. Werte/Normen, Religion, im Seminarfach u.a. in diesem polyzentrischen Themenfeld „LEBENSKUNST“ für die TN ermöglichen.
Über eine eventuelle Begleitung der Einzelnen während des jeweiligen Projektes, der Unterrichtsphase, des Seminarfachs, über den Aufbau eines Netzwerkes für diesen Zweck, über gemeinsame Auswertungseinheiten nach einem und nach zwei Jahren wird in der Weiterbildung abschließend gemeinsam diskutiert und entschieden.
„Modelle für ein durchaus freudiges und genussvolles, manchmal mühsames Miteinander, den Glück bringenden Lebensentwurf zu erarbeiten, diese Modelle sind selten. Und dann finde ich, sollte dafür im schulischen Bereich, im erwachsenbildnerischen Bereich sensibilisiert werden. Hier ist etwas zu holen“. (Petzold & Kramer, 2013-14, S.30)
Zielsetzung
Personale Kompetenz – Subjektlernen – Beziehungslernen - Persönlichkeitsbildung Die hier vorgestellte Weiterbildung soll Pädagoginnen und Pädagogen in die Lage versetzen, Projekte, Unterricht in geeigneten Fächern (z.B. Werte/Normen, Philosophie, Religion u.a.) und auch das Seminarfach aus dem oben benannten Themenfeld gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern vorzubereiten, durchzuführen und den gesamten Prozess mit Ihnen auszuwerten.
Schulform

beliebig,

Studienseminar

Veranstalter
Hildegard-von-Bingen-Gymnasium i
verantwortlich

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