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Veranstaltungsangebote für den schulischen Bildungsbereich in Niedersachsen.

Mobile Videoanalyse - Ein digitales Lernwerkzeug für den Physikunterricht
Nr.
KAUR.815.041
Dauer
Dienstag, 10.04.2018, 9.00-16.30
Anfang
10.04.2018 , 09:00 Uhr
Ende
10.04.2018 , 16:30 Uhr
Anmeldeschluss
Keine Angabe
max. Teilnehmer
30
min. Teilnehmer
10
Kosten
Diese Fortbildung wird durch die JOACHIM HERZ STIFTUNG gefördert und ist daher kostenfrei.
Beschreibung
Mobile Videoanalyse
- Ein Lernkonzept zum Einsatz eines digitalen Lernwerkzeugs -
1. Mediendidaktischer Hintergrund
Bei der physikalischen Videoanalyse handelt es sich um ein Verfahren zur berührungslosen Messung der Orts- und Zeitkoordinaten von bewegten Körpern. Die Position des bewegten Objekts bezüglich eines zweidimensionalen Koordinatensystems wird dabei in jedem Einzelbild gespeichert. Aus den ermittelten Zeit- und Ortskoordinaten kann die Geschwindigkeit und die Beschleunigung berechnet werden. Während bei den bisherigen Verfahren für den Physikunterricht die Aufnahme und die Auswertung der Bewegung getrennt und nacheinander stattgefunden hat, werden die Schülerinnen und Schüler mit speziell dafür entwickelten Apps und einem Tablet-PC in die Lage versetzt, den gesamten Prozess der physikalischen Videoanalyse auf ein und demselben mobilen Gerät zu vereinigen. Somit können Schülerinnen und Schüler mit diesem digitalen Werkzeug Bewegungen aufnehmen und bezüglich der physikalischen Zusammenhänge eigenständig und mobil experimentell untersuchen – und das alles nahezu in Echtzeit. Dies kombiniert die Vorteile der unterrichtlichen Nutzung von mobilen Endgeräten und den didaktischen Möglichkeiten der physikalischen Videoanalyse.

2. Didaktischer Mehrwert
2.1 Motivationaler Lernerfolg:
Der unterrichtliche Einsatz der mobilen Videoanalyse ermöglicht durch die Mobilität des Geräts den Lernort „Klassenzimmer“ aufzulösen, wodurch ein unterrichtlicher Zugang zu authentischen Kontexten geschaffen wird. So wird es Schülerinnen und Schülern ermöglicht, Bewegungsprozesse ihrer eigenen Lebenswelt aktiv und selbstständig physikalisch zu untersuchen.

2.2 Kognitiver Lernerfolg:
Bei dem Verfahren der Videoanalyse werden die Messdaten automatisch generiert und die relevanten physikalischen Größen ohne Zeitverzögerung visualisiert. Dies reduziert die kognitive Belastung der Schülerinnen und Schüler und ein kontinuierliches Wechselspiel zwischen Theorie und Experiment wird ermöglicht. Nach der CATLM-Theorie (Cognitive- Affective Theory of Learning with Media) von Moreno (2005) und Moreno und Mayer (2007) erleichtert eine reduzierte extrinsische kognitive Belastung den Lernenden die Wissenskonstruktion und -vernetzung sowie die Entwicklung physikalischer Kompetenzen, was zu einer Steigerung der Effektivität des Lernprozesses führt.

3. Implementation
Zielsetzung des Projekts ist es auch, zur Implementation des digitalen Werkzeugs in den Regelunterricht beizutragen. Dazu bietet die AG Didaktik der Physik an der TU Kaiserslautern bereits Workshops an, in denen Konzepte für den unterrichtlichen Einsatz vorgestellt werden und das digitale Werkzeug selbst in Freihand-Experimenten ausprobiert werden kann. Die Workshops richten sich an Lehrerinnen und Lehrer, Referendarinnen und Referendare sowie Lehramtsstudierende. Um die Implementation weiter zu fördern, sollen die im Rahmen des Projekts entwickelten Unterrichtsmaterialien durch Veröffentlichung in Fachzeitschriften und online-Portalen Lehrenden zugänglich gemacht werden. Zudem soll das didaktische Werkzeug durch eine Zusammenarbeit mit Fachleiterinnen und Fachleitern an Studienseminaren in der zweiten Ausbildungsphase der Lehrerausbildung verankert werden.

Kursleitung:
Sebastian Becker, StR, Doktorand, Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Dr. Pascal Klein, Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Technische Universität Kaiserslautern
Fachbereich Physik, Didaktik der Physik

Schulform

Berufsbildende Schulen,

Berufliches Gymnasium,

Gymnasium,

Integrierte Gesamtschule,

Kooperative Gesamtschule,

Sek II-Bereich

Veranstalter
Kompetenzzentrum Aurich, Regionales Pädagogisches Zentrum Aurichi
verantwortlich
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