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Veranstaltungsangebote für den schulischen Bildungsbereich in Niedersachsen.

9. Tag der Sonderpädagogik: Motivation als Motor für vielfältiges Lernen
Nr.
KAUR.809.013
Dauer
Donnerstag, 01.03.2018, 8:30-15:30
Anfang
01.03.2018 , 08:30 Uhr
Ende
01.03.2018 , 15:30 Uhr
Anmeldeschluss
Keine Angabe
max. Teilnehmer
100
Kosten
kostenlos
Beschreibung
Der 9. Tag der Sonderpädagogik wird sich mit dem umfassenden Thema Motivation beschäftigen.

"Niemand würde einen Anderen inniglich umarmen ohne Motivation. Kein Mensch, kein Tier würde sich bewegen, kein Ton erklingen, keine Leistung erbracht, kein Wort gesagt. Die Welt wäre still. Die Welt wäre leer. Ohne diese Urkraft, die uns alle bewegt.” (Brohm-Badry 2016)

Positive Motivation wächst nach Brohm-Badry dadurch, dass Mensch und Organisation sich als Verursacher des eigenen Verhaltens erleben. Dabei ist es sehr wichtig, dass auch die Verantwortung für die eigenen Ergebnisse nicht abgegeben wird. Die Sinnhaftigkeit des Handelns, positive Beziehungen und Gefühle und das Erleben der eigenen Wirksamkeit stärken diese Motivation.

In diesem Sinne soll der 9.Tag der Sonderpädagogik Einblicke geben und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, wie gerade diese Motivation zum Lernen und Lehren gesteigert werden kann.

Hauptreferat:
Schule im Flow – Positive Psychologie für Lehrpersonen
Benjamin Berend & Viktoria Franz, Universität Trier
Gegenwärtige Lehr- und Lernkontexte in Schulen sind von einem tiefgreifenden strukturellen Wandel geprägt, welcher insbesondere eine zunehmend heterogene Schülerschaft und inklusive Beschulung betrifft. Neben dem Anstieg psychosozialer Auffälligkeiten bei Schülerinnen und Schülern, ergeben sich auch zunehmende gesundheitliche Risiken für Lehrpersonen (z.B. erhöhte Burn-Out Prävalenz).
Angesichts dieser – teilweise neuen – Herausforderungen erweisen sich zahlreiche Befunde aus der Positiven Psychologie sowie der Motivationsforschung als hilfreich und praxisrelevant für das Lehren und Lernen.
So bietet etwa die Flow-Forschung wichtige Impulse für differenziertes, inklusives Unterrichten. Gleiches gilt für zentrale Befunde aus dem Bereich der Leistungsmotivationsforschung.
Die Positive Psychologie ist allgemein die Wissenschaft dessen, was Individuen, Organisationen und Gesellschaften dazu befähigt, sich bestmöglich zu entwickeln und aufzublühen. Im Zentrum steht die empirische Erforschung individueller Ressourcen und Potentiale sowie die Frage, wie sich das individuelle Wohlbefinden steigern lässt?
In unserem Vortrag werden wir ausgewählte Konzepte und Befunde dieser Forschungsbereiche präsentieren, welche für den gegenwärtigen Schulkontext gewinnbringend sein können.

Workshops am Vormittag:
WS 1
Schule im Flow – Positive Psychologie für Lehrpersonen
Vertiefung mit Praxisbezug
Benjamin Berend & Viktoria Franz, Universität Trier
Im Workshop vertiefen wir die Inhalte des Vortrages, indem wir Möglichkeiten der praktischen Anwendung für uns selbst und das Unterrichten erarbeiten. Inhaltliche Wünsche der TeilnehmerInnen (z.B. Schwerpunkte) werden dabei nach Möglichkeit berücksichtigt.

WS 2
Förderung im Unterricht bei Lern- und Verhaltensschwierigkeiten
Dr. Marie-Christine Vierbuchen, Universität Vechta
Motivation und Partizipation am Unterricht sind im Schulalltag absolut relevant. Oftmals fällt die Umsetzung jedoch schwer, besonders, wenn Schwierigkeiten im Lernen und Verhalten vorliegen. Nach einer kurzen Einführung in wichtige Grundlagen ausgewählter wirksamer Präventions- und Interventionsmaßnahmen, wie das Classroommanagement (z.B. „KlasseKinderSpiel“, „KlasseTeamSpiel“), die Unterstützung sozial-kognitiver Informationsverarbeitung (z.B. „Lubo aus dem All“) und Aspekte gelingender Lernförderung, können die Teilnehmenden einen Schwerpunkt setzen und in Kleingruppenarbeit an den Themen vertiefend arbeiten.

WS 3
Mit Zuversicht, Freude und Gelassenheit – Motivation und Selbstmanagement für Lehrkräfte in inklusiven Beschulungsanforderungen
Marcus Wetzer, Supervision und Coaching, Buchholz Oldenburg
LehrerInnen stehen täglich vor unterschiedlichsten Herausforderungen. Die wirksame und ausgeglichene Bewältigung dieser vielfältigen Herausforderungen ist das Thema des Workshops.
Konsequent an Ressourcen orientiert kann Selbstmanagement ausgesprochen lustvoll sein. In dem Workshop lernen die TeilnehmerInnen das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) kennen, eine äußerst wirksame Methode, um die eigenen Potenziale zu entwickeln. Es verbindet bewährte psychologische Modelle und aktuelle neurowissenschaftliche Befunde zu einem konsequent positiven, Ressourcen-aktivierenden Verfahren.
Der Workshop gibt Einblick in die Arbeit mit dem Zürcher Ressourcenmodell (ZRM). Die TeilnehmerInnen setzen sich motivierende persönliche Ziele und entwickeln persönliche Ressourcen zur Umsetzung. Sie erhalten Anregungen, wie mit Hilfe des ZRM der Alltag pro-aktiv gestaltet und dabei die Motivation nachhaltig erhalten werden kann. Auch der Umgang mit Überforderungssituationen, Stress und Krisen wird Thema sein.

WS 4
Classroommanagement als Grundlage für motiviertes Lernen
Marcus Eckert, Institut LernGesundheit, Lüneburg
Classroom-Management schafft die Voraussetzungen für gutes Lernen und dafür, dass sich SchülerInnen wie Lehrperson wohlfühlen. Es basiert auf proaktiver Klassenführung, dem Stärken eines positiven Klassenklimas und der Gestaltung guter Beziehungen zwischen den SchülerInnen und der Lehrperson. So können Störungen minimiert und die Unterrichtszeit gut genutzt werden. In dieser Fortbildung werden Grundlagen vermittelt, Strategien vorgestellt und erprobt. Zentrale Aspekte des Workshops:
- Aufbau von wünschenswerten Verhalten
- Beziehungen gestalten
- Motivation fördern
- Umgang mit Störungen
- Gesunde Selbstführung


Workshops am Nachmittag:
WS 5
„Du wurdest bei einer guten Tat ertappt“ – Förderung eines positiven Lernklimas in inklusiven Settings durch Tootling
Prof. Dr. Anna-Marie Hintz, Uni Siegen
Auch wenn sicherlich jeder Lehrkraft daran liegt, positives Verhalten lobend anzuerkennen, kann es sich im schulischen Alltag oftmals als schwierig erweisen, die Augen überall zu haben. Insbesondere bei parallel vorkommenden, störenden und unangemessenen Verhaltensweisen bleibt manches prosoziale Verhalten unbemerkt und findet kaum Beachtung. Eine Möglichkeit, hier in positiver und präventiver Weise anzusetzen, stellt das Tootling dar. Genauso, wie das „KlasseKinderSpiel“ ( Hillenbrand&Pütz,2008) oder „Check in, check out“ ( Hinz, Krull&Paal, 2016) gehötrt es zu den Methoden des Positive Behavior Support. Während der Schwerpunkt beim „KlasseKinderSpiel“auf dem Einhalten von vorher gemeinsam vereinbarten Klassenregeln liegt bzw. bei „Check in, check out“ auf regelmäßigen Feedbackgesprächen während des Schultages, stellt das „Tootling“ eine pädagogische Methode dar, mit der der Fokus stärker als sonst oft üblich auf das Wahrnehmen und Loben positiver Verhaltensweisen gelegt wird (Skinner, Neddenriep, Robinson, Ervin & Jones, 2002; Skinner, Cashwell & Skinner, 2000).
Die Aufgabe, positives Verhalten zu erkennen und lobend anzuerkennen wird hierbei in kindgerechter Art und Weise auch auf die Lernenden übertragen ( Peer Monitoring ). Hierdurch vergrößert sich die Chance, dass mehr des gezeigten positiven Verhaltens zur Kenntnis genommen und durch eine ritualisierte gemeinsame Reflexion in Verbindung mit einem Gruppenkontingenzverfahren verstärkt wird.
Im Rahmen der Veranstaltung wird in die Methode des Tootling eingeführt. Im Anschluss hieran werden gemeinsam erste Schritte zur praktischen Umsetzung erarbeitet.

WS 6
…und täglich grüßt das Murmeltier – Sinn und Zweck wiederholenden Übens in der inklusiven Beschulung - Sek 1
Hendrik Stammermann, Li Hamburg
Ein Ziel von Schulunterricht sollte es sein, Situationen zu schaffen, in denen SchülerInnen anderen und sich selbst zeigen können, dass sie Fertigkeiten „beherrschen" und dass Inhalte „sitzen". Das Gefühl des Könnens erhöht das Gefühl der Selbstwirksamkeit: Ich kann etwas schaffen, ich kann Herausforderungen bewältigen. Hierdurch steigt auch die Motivation, das eigene Wissen zu vertiefen. Eine Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen, ist es, Inhalte und Fertigkeiten häufiger übend zu
wiederholen.
Nur: Im Unterricht überwiegt die Aneignung von Kenntnissen und Fertigkeiten, das Wiederholen und das Üben sind hingegen häufig marginalisiert. Und überhaupt: Das wiederholende Üben hat ein Imageproblem. Ihm hängt das Stigma des langweiligen Drills an. So führen Tenorth und Tippelt im Beltz Lexikon Pädagogik aus: Übung sei ein „alltägliches, i.d.R. von Schülern nicht geliebtes, aber notwendiges Element des Unterrichts und der Hausaufgabenerstellung, wodurch Gelerntes gefestigt und ins Langzeitgedächtnis überführt werden soll". Bitter, aber notwendig!? Notwendig? Ja!
Bitter? Nein!
Im einleitenden Vortrag wird es darum gehen, die Notwendigkeit der regelmäßigen Übung für den Fachunterricht auf einer lernpsychologischen Grundlage darzustellen. Im anschließenden Workshopteil wird es darum gehen, eigene Erfahrungen einzubringen und neue Methoden der Wiederholung kennen zu lernen. Alle TeilnehmerInnen erhalten einen Reader zum Thema mit zahlreichen Anregungen zur Gestaltung unterrichtlicher Wiederholungsphasen.

WS 7
Mit Zuversicht, Freude und Gelassenheit – Motivation und Selbstmanagement für Lehrkräfte in inklusiven Beschulungsanforderungen
Marcus Wetzer, Supervision und Coaching, Buchholz Oldenburg
siehe Beschreibung von WS 3

WS 8
Teamentwicklung mit tiefer Wertschätzung als Voraussetzung inklusiver Beschulung
Marcus Eckert, Institut LernGesundheit, Lüneburg
Kooperation ist ein zentrales Merkmal gelingender Schule. Miteinander zu arbeiten und miteinander zu lernen, setzt Teamfähigkeit auf der individuellen Ebene und Teamstrukturen auf Systemebene (Klasse, Kollegium) voraus. Der Fokus dieses Workshops liegt darauf, wie erstens Teamfähigkeit und ein guter wertschätzender Umgang miteinander gefördert werden können, und wie es zweitens gelingen kann, gute strukturelle Bedingungen für ein wertschätzendes und effektives Miteinander aufzubauen.
Zielsetzung
Der 9. Tag der Sonderpädagogik wird sich mit dem umfassenden Thema Motivation beschäftigen. In diesem Sinne soll der Fachtag Einblicke geben und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, wie gerade diese Motivation zum Lernen und Lehren gesteigert werden kann.
Schulform
keine Angabe
Veranstalter
Kompetenzzentrum Aurich, Regionales Pädagogisches Zentrum Aurichi
verantwortlich
Veranstaltungsteam
Inka Janssen-Wessels (Leitung)
Anmeldung nicht möglich: Veranstaltung schon belegt
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