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Veranstaltungsangebote für den schulischen Bildungsbereich in Niedersachsen.

Abrufangebot: Interkulturelle Sensibilisierung im schulischen Kontext
Nr.
KAUR.800.A33
Dauer
k.A.
Anfang
nach Absprache
Ende
nach Absprache
Anmeldeschluss
Keine Angabe
Kosten
kostenlos
Beschreibung
"Und das Ende allen Erkundens wird sein, dass wir ankommen, wo wir aufbrachen. Und diesen Ort zum ersten Mal erkennen." T.S. Eliot, Vier Quartette

Globalisierung und die damit einhergehenden, fortschreitenden internationalen Verflechtungen sowie Migration bringen zunehmend im schulischen und privaten Kontext Kontakte mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und Milieus mit sich. Diese Entwicklung, die sich in der Schule in zum Teil sehr heterogenen Lerngruppen niederschlägt, erfordert insbesondere für Lehrerinnen und Lehrer neue (interkulturelle) Kompetenzen, um nach wie vor handlungsfähig zu sein und den Bildungsauftrag gemäß § 2 des NSchG erfüllen zu können. Gefordert sind nicht nur Flexibilität und die Fähigkeit, sich auf Fremdes einzulassen, sondern vor allem Selbstkenntnis und -reflexion, was häufig außer Acht gelassen wird. Auch geht es im Umgang mit anderen Kulturen um die Vermeidung von Missverständnissen, die Entwicklung persönlicher Konfliktbewältigungsstrategien und die Gewinnung von Sicherheit bei der täglichen Arbeit. Deshalb ist es für alle Akteure im Integrationsprozess erforderlich, interkulturelle Handlungskompetenz zu erwerben, um den Anforderungen gerecht zu werden.
Das Zurechtfinden selbst in benachbarten und prinzipiell ähnlichen Kulturen führt zunächst zu einer Verunsicherung, die als „Kulturschock“ bezeichnet wird. Alle an der Integration Beteiligten kommen daher nicht umhin, den Betroffenen über diesen Kulturschock hinwegzuhelfen, wenn sie ihren beruflichen Erfolg unterstützen wollen. Dabei geht es weder darum, Migranten zur vollständigen Anpassung an die deutsche Kultur heranzuführen, noch ist es wünschenswert, wenn sie in der subkulturellen Abschottung ihrer eigenen Kultur verharren. Vielmehr liegt die Chance für alle Beteiligten darin, im Rahmen einer Synthese das Beste der Persönlichkeit aus dem jeweiligen Herkunftsland mit dem Besten, was sie aus der Kultur ihres Ziellandes aufzunehmen in der Lage und aufzunehmen bereit sind, zu verbinden.
Bezogen auf den eigentlichen Unterricht ist die sprachliche Förderung nicht mehr nur, wie weithin angenommen, eine Aufgabe des Fachs Deutsch (und damit der Deutschlehrerinnen und -Iehrer), da sich sprachliches und fachliches Lernen nicht voneinander trennen lassen; nur Schülerinnen und Schüler, die eine Aufgabe sprachlich durchdringen, sind auch fachlich in der Lage, diese erfolgreich zu bewältigen. Gut ausgebildete sprachliche Kompetenzen sind somit zwingende Voraussetzung für fachliches Lernen. Die Analyse von theoretischen Konzepten zur Sprachenbildung, der Didaktik des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache und ggf. der Sprachdiagnostik sowie das Erkennen typischer ‚Stolpersteine‘ der deutschen Sprache, sowohl für den Unterricht des Deutschen als Fremdsprache als auch für den sprachsensiblen Fachunterricht, sollen daher für jede Lehrkraft neu in den Fokus genommen werden.
Das nachfolgende Fortbildungsangebot setzt sich zusammen aus einer vierstündigen Basisveranstaltung und einem dreistündigen Aufbaumodul (individuell kombinierbar).

BASISMODUL
Interkulturelle Sensibilisierung (4 Zeitstunden)
• Sensibilisierung für ein neues Kulturverständnis
• Aufdecken und Auseinandersetzung mit vorhandenen eigenen sozialen Einstellungen (Stereotype und Vorurteile)
• Förderung von Fähigkeiten zum Perspektivwechsel
• Interkulturelle Kompetenz und Interkulturelle Öffnung

AUFBAUMODULE
Aufbaumodul 1
Interkulturelles Kompetenz- und Konflikttraining - Umgang mit Konflikten im interkulturellen Kontext
• Bewusstmachen des eigenen Konfliktverhaltens
• Kulturbezogene Konfliktstrategien
• Kultureller oder Sozialer Konflikt?
• Kommunikationsstörungen als Ursache von interkulturellen Konflikten
• Handlungsstrategien zur Konfliktvermeidung

Aufbaumodul 2
Typisch Deutsch? – Worin wir uns von anderen Kulturen unterscheiden
• Bewusstmachen des eigenen kulturellen Wertesystems
• Was ist eigentlich „Typisch Deutsch“?
• Eigen- und Fremdwahrnehmung
• Wodurch zeichnen sich andere Kulturen aus? (Kulturdimensionen und -standards)
• Vertiefung der Fähigkeiten zum Perspektivwechsel

Aufbaumodul 3
Chancen und Risiken in der interkulturellen Kommunikation – wenn ein „Nein“ „Ja“ bedeutet
• Kommunikation als Dreh- und Angelpunkt jeglichen interkulturellen Miteinanders und Ursache von interkulturellen Irritationen
• Verbale, nonverbale und paraverbale Unterschiede und Besonderheiten erkennen und gezielt damit umgehen lernen
• Kommunikationsbedingte Missverständnisse erkennen und zu vermeiden lernen

Aufbaumodul 4
Deutsche Sprache – Schwere Sprache?
• Stolpersteine der deutschen Sprache
• Sprachkategorien und Sprachregister (Alltagssprache/Bildungssprache)
• Sprachsensibler Fachunterricht
• Bedeutung des Scaffoldings
• optional: Sprachvergleiche und Mehrsprachigkeit als Ressource
• optional: Übung zur Schulung von Diskursfähigkeiten

Aufbaumodul 5
Die deutsche Sprache vermitteln (Grundlagen)
• Voraussetzungen und Grundsätzliches zum Spracherwerb
• Bedeutung fachpraktischer Bezüge (am Beispiel des Fachpraxisunterrichtes an der BBS)
• Methodik und Didaktik (Grundlagen)
• Phonetik: Stiefkind des Unterrichts (Grundlagen)
• bei Bedarf: Vorstellen von Lehrwerken/ Grammatiken und anderer Materialien und/oder Lehrwerksanalyse

Kursleitung:
Rieke Stieglitz, BBS Wittmund
Sabine Eickhoff, BBS Jever

Möchten Sie dieses Angebot als SchiLF buchen wenden Sie sich bitte an kleen@ostfriesischelandschaft.de
Für eine Einzelanmeldung nutzen Sie bitte die Online-Meldefunktion (s.u.).
Schulform

Berufsbildende Schulen,

Sek I-Bereich,

Sek II-Bereich

Veranstalter
Kompetenzzentrum Aurich, Regionales Pädagogisches Zentrum Aurichi
verantwortlich
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