Detailansicht

Veranstaltungsangebote für den schulischen Bildungsbereich in Niedersachsen.

"Begegnung inklusive - Wie kann Kooperation gelingen?" - 2. Jahrestagung des Zentrums für Lehrerbildung der Universität Osnabrück
Nr.:
ZLB-2017-001
Dauer:
7,5 Stunden
Anfang:
01.06.2017 , 09:30 Uhr
Ende:
01.06.2017 , 17:00 Uhr
Anmeldeschluss:
23.05.2017
max. Teiln.:
150
min. Teiln.:
50
Kosten:
25,00 EUR ( für Studierende und Lehrer*innen im Vorbereitungsdienst ermäßigt 10,- € )
Adressaten:
Lehrer*innen, Schulleiter*innen, Angehörige der Studienseminare und Fortbildungszentren, Lehrer*innen im Vorbereitungsdienst, Vertreter*innen der Niedersächsischen Landesschulbehörde sowie Lehrende und Studierende der Universität Osnabrück und der Hochschule Osnabrück
Beschreibung
Die zweite Jahrestagung des Zentrums für Lehrerbildung der Universität Osnabrück wird am 1. Juni 2017 stattfinden.
Dabei wird mit „Begegnung inklusive – Wie kann Kooperation gelingen?“ ein Thema in den Mittelpunkt gerückt, das in allen Phasen der Lehrerbildung, aktuell insbesondere vor dem Hintergrund einer sich im Rahmen von „Inklusion“ verändernden Schule, für alle Beteiligten von zentraler Bedeutung ist. Eine gelungene Kooperation gilt zunehmend als Grundpfeiler einer erfolgreichen Umsetzung der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, Diversität auf den verschiedenen Ebenen anzunehmen und als Chance und Bereicherung zu erleben. Die Voraussetzung für eine gelungene Kooperation bildet dabei stets die Begegnung von Menschen, die unterschiedlichsten sozialen Gruppen angehören, über unterschiedliche Hintergründe und Erfahrungen verfügen. Explizit werden für die Tagung ein weiter Inklusionsbegriff zugrunde gelegt und alle möglichen Dimensionen von Heterogenität, z.B. Migration, Sprache, kultureller und sozialer Hintergrund, Behinderung etc., in den Blick genommen. Diese hier nur angedeutete Vielfalt bildet den Ausgangspunkt für einen Austausch zwischen den unterschiedlichen Akteuren ebenso wie für eine kritische Bestandsaufnahme und Selbstvergewisserung.
Zentrale Leitfragen der Tagung beziehen sich auf die konkrete Ausgestaltung von Konzepten und Formaten gelingender Kooperation, außerdem geht es um die Identifizierung und Diskussion damit verbundener Zielsetzungen, Leitbilder und Grundannahmen.
Für die Keynote zum Thema „Multiprofessionelle Teamarbeit als wesentliche Bedingung inklusiver Schulentwicklung“ konnte mit Frau Prof. Dr. Birgit Lütje-Klose (Universität Bielefeld) eine ausgewiesene Expertin u.a. für die Themen inklusionssensible Diagnose, Förderung und Didaktik sowie multiprofessionelle Kooperation gewonnen werden.

Ablauf:
09:30 - 10:00 Uhr: Ankommen und Kaffee
10:00 - 10:15 Uhr: Begrüßung und Einführung
10:15 - 11:15 Uhr: Keynote: Prof. Dr. Birgit Lütje-Klose "Multiprofessionelle Teamarbeit als wesentliche Bedingung inklusiver Schulentwicklung" - Vortrag und Diskussion
11:15 - 11:30 Uhr: Übergang zur Foren-Phase
11:30 - 13:00 Uhr: 1. Forenphase
13:00 - 14:00 Uhr: Mittagsimbiss und Gelegenheit zum Austausch
14:00 - 15:30 Uhr: 2. Forenphase
15:30 - 16:00 Uhr: Kaffee
16:00 - 17:00 Uhr: Fishbowldiskussion "Begegnung inklusive - Wie kann Kooperation gelingen?" Ein Ausblick gegen 17:00 Uhr: Ende

Informationen zu den Foren:

Angebote am Vormittag:
V1
Schule der Vielfalt: Teilhabe und Bildungserfolg für alle ermöglichen
Hans-Georg Bock [bis 2015 Fachobmann für das Fach Kunst an der IGS Fürstenau]

Anschaulich vorgestellt werden drei Projekte aus dem Kunstunterricht der Leistungskurse der Oberstufe, die im Sinne von Begegnung als Chance von Inklusion durch Vernetzung von Schule(n) und außerschulischen Partnern im letzten Schuljahr im offiziellen Deputat der Begabtenförderung durchgeführt wurden.
Der anschließende Austausch soll sich mit folgenden Gesichtspunkten befassen:
- Wie sind Ihre Erfahrungen mit Begegnung, Inklusion und der darauf reagierenden Praxis?
- Wie werden Projekte methodisch-didaktisch abgesichert?
- Wie können entstehende Mehrbelastungen abgefedert und „umverteilt“ werden?
- Wie können Projekte produktiv für innerschulische und außerschulische Partner werden?
- Wie wird die öffentlichkeitswirksame Wahrnehmung inszeniert?
- Wie gelingt es, dass Projekte für alle Beteiligten nicht nur als Mehrarbeit sondern als Chance für Begegnung, als „win win Situation“ wahrgenommen werden?"

V2
Erfolgreich lernen – ertragreich kooperieren
Dr. Carmen Breuckmann-Giertz [OStRín am Kreisgymnasium St. Ursula in Haselünne]
Thorsten Giertz [Schulleiter an der Bödiker Oberschule in Haselünne]

Mit dem schulischen Leitgedanken, Schülerinnen und Schüler auf ihrer Laufbahn des Lernens dabei zu begleiten, erfolgreich zu werden, gilt es, sie gemäß ihrer schon vorhandenen Potentiale und den noch zu entfaltenden Ressourcen zu fordern und zu fördern. Dafür notwendig ist ein multidimensionales Lernangebot, wofür es ein multiprofessionelles Netzwerk gelingender Kooperationen braucht. Dies kann z.B. bestehen aus individueller Elternarbeit und strukturell schulübergreifendem Angebot an Kooperationen mit anderen Schulen, Bildungsträgern und Firmen. Beispiele aus der Praxis dazu sollen in diesem Gesprächsforum ausgetauscht und ausgewertet werden.

V3
Kooperation im Jahrgangsteam
Prof. Dr. Birgit Lütje-Klose [Professorin für Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt Heterogenität an der Universität Bielefeld]
Phillip Neumann [Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der AG Schultheorie mit dem Schwerpunkt Grund- und Förderschulen an der Universität Bielefeld]

Multiprofessionelle Kooperation gilt als wesentliche Gelingensbedingung für eine inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung: ein produktiver Umgang mit Heterogenität wird als gemeinsame Aufgabe von Lehrkräften der allgemeinen Schulformen, SonderpädagogInnen sowie Sozialpädagogischen Fachkräften des Ganztags oder der Schulsozialarbeit und ggf. mit Unterstützung von Schulbegleitungen umgesetzt. Um eine hohe Wirksamkeit zu erreichen, bedarf es der bewussten Gestaltung kooperativer Prozesse und Strukturen. Im Forum werden Reflexions- und Planungsinstrumente für die multiprofessionelle Kooperation in Jahrgangs- und Klassenteams vorgestellt und erprobt.

V4
Lernprozesse durch Visualisierung unterstützen
Judith Hilmes [Bildungsmanagerin M.A. im Kompetenzzentrum Ludwig-Windthorst-Haus und Fachseminarleiterin im Studienseminar Nordhorn]

Visualisierungen sind mehr als bunte Bilder. Durch Visualisierungen werden (Lern) Inhalte greifbarer gemacht und Lernen wird effektiver. Da sich der Lernende selbst ein Bild von seinem Lerngegenstand macht, erfolgt eine aktive Auseinandersetzung: Die Visualisierung wird zur bildgestützten Notation. Der Einsatz der Visualisierung kann nach unterschiedlichen Aspekten erfolgen: u. a. Aufmerksamkeit lenken, Motivation erzeugen, Merkfähigkeit erhöhen, Abstraktes darstellen. Dabei kann die Visualisierung in unterschiedlichen Lernsettings genutzt werden; es können Anker zu neuen Wissensbeständen gesetzt werden oder eine Visualisierung wird zum Orientierungspunkt in der Lernreise.

V5
Sprache in allen Fächern?
Prof. Dr. Christina Noack [Professorin für Didaktik der deutschen Sprache an der Universität Osnabrück]
Wie lassen sich im Physik-, Musik-, Geschichtsunterricht die Sprachkompetenzen der Schüler/innen fördern? Welche Chancen, aber auch Grenzen birgt ein sprachsensibler Fachunterricht? Und müssen nun Fachlehrkräfte selbst zu Sprachexperten werden? Fragen wie diese werden nach einer kurzen Einführung in die aktuelle Debatte im gemeinsamen Austausch diskutiert, anschließend werden Konzepte und Materialien vorgestellt. Hintergrund ist die Novellierung des niedersächsischen Lehrerbildungsgesetzes, wonach das Thema „Bildungssprache/ Sprachförderung“ einen von vier obligatorischen Querschnittsbereichen darstellt.

V6
Interkulturelle Inklusion durch Schulverpflegung
Prof. Dr. Elisabeth Leicht-Eckardt [Professorin für Haushaltswissenschaften für das Lehramt Berufliche Bildung Ökotrophologie an der Hochschule Osnabrück]

Kultursensible Verpflegung ist angesichts aktueller Flüchtlingszuwanderung in Deutschland ein wichtiges Thema. Bedingt durch die Zunahme an Ganztagsschulen, die verpflichtend eine warme Mittagsmahlzeit anbieten müssen, ist dies generell eine Herausforderung für Verantwortliche im Bildungsbereich, deren Kompetenzen originär nicht im Verpflegungsbereich liegen und die sich häufig mit einer geringen Akzeptanz des Speisenangebots auseinander setzen müssen. Wie interkulturelle Speisenangebote in Schulen realisiert werden und zur Inklusion beitragen können, ist Thema dieses Forums.

Angebote am Nachmittag:

N1
Inklusion in der beruflichen Bildung - Eine Lernstraße zum Thema Handhygiene im hauswirtschaftlichen Unterricht
Prof. Dr. Michael Martin [Professor für Berufliche Didaktik Ökotrophologie an der Hochschule Osnabrück]
Nicole Ippisch, Svenja Oeverhaus, Annika Schwichtenberg [Studierende im Masterstudiengang Lehramt an berufsbildenden Schulen mit der beruflichen Fachrichtung Ökotrophologie]

Im Rahmen der berufsdidaktischen Ausbildung hat eine Studierendengruppe des Masterstudiengangs eine Lernstraße zum Thema Handhygiene für Schüler/innen mit Down-Syndrom projektiert. Hierfür wurde beispielhaft das anthropogene Umfeld einer Schülerin mit Down-Syndrom analysiert. Anhand der daraus erlangten Erkenntnisse und unter Einbezug des Expertenwissens einer Berufsschul-Lehrkraft wurde eine Lernstraße entwickelt, welche die Inklusion von Schüler/innen mit Down-Syndrom in hauswirtschaftlichen Unterricht ermöglicht. Die hierzu erarbeiteten Unterrichtsmaterialien werden im Forum vorgestellt und praktisch erprobt.

N2
Kooperationen von Schule und Universität im Studienschwerpunkt Musik und Bewegung der Osnabrücker Lehramtsstudiengänge Musik für Grund-, Haupt- und Realschulen
Prof. Dr. Bernhard Müßgens [Professor für Schulische Musikpädagogik an der Universität Osnabrück]

Am Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Osnabrück gibt es regelmäßig Lehrangebote zu Musik und Tanz. Das Institut kooperiert dabei mit Grundschulen und einer Integrierten Gesamtschule. Die Studierenden entwickeln in diesen Seminaren gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern von Klasse eins bis zehn immer neue, eigene Tänze. Erprobt und erforscht werden mögliche Wege individueller Förderung für eine Vielfalt von Bildungsbiographien. Das Forum stellt an Videobeispielen Erfahrungen und Erkenntnisse aus den beobachtbaren Interaktionen und Lernprozessen zur Diskussion.

N3
Auf dem Weg zu einem besseren Miteinander --- Interkulturelles Lernen als gemeinschaftsstabilisierende Maßnahme für alle an Schule Beteiligten – ein Training zur Wahrnehmung von Diversität
Erika Klanke [Seminarrektorin des Studienseminars Nordhorn]

Ziel dieses Workshops ist es, den Teilnehmer/innen die Wahrnehmung der Pluriformität einer jeden bestehenden Lerngruppe mithilfe von Übungen aus dem Programm „A World of Difference“ (Anti Defamation Leaugue, New York) zu vermitteln. Die anschließende Diskussion über diese Übungen führt den Betrachter zu einem Perspektivwechsel in Bezug auf die Wahrnehmung und Wertschätzung der diversen Individuen in Lerngruppen und, übertragen auf Unterricht, ebenso zur Erkenntnis der Notwendigkeit einer ausgefeilten Binnendifferenzierung zur kompetenzorientierten Vermittlung von Unterrichtsinhalten. Hieraus resultiert fast „beiläufig“ ein respektvoller Umgang mit bzw. auch unter den Lernenden, der wiederum zum inklusiven Unterrichten mit hoher Akzeptanz aller Beteiligten beiträgt.

N4
Come Together - Künstlerische Kollaborationen als Möglichkeit einer Inklusiven Kunstpädagogik
Prof. Dr. Andreas Brenne
[Professor für Kunst und ihre Didaktik/Kunstpädagogik an der Universität Osnabrück]
Christoph Seidel
[Leiter des "Kunstcontainers" der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück]

Inklusive Kunstpädagogik ist nicht nur eine Frage adäquater Lernarrangement sondern basiert auf Haltungen, Einstellungen und Beliefs der beteiligten Lehrkräfte. Im Rahmen dieses Workshops werden Projekte vorgestellt, in der Mitarbeiter der Heilpädagogischen Hilfe gemeinsam mit Studierenden des Künstlerischen Lehramtes an künstlerischen Projekten gearbeitet haben. Auf dieser Basis soll praxisorientiert diskutiert werden, wie gemeinsames Lernen im Rahmen der Kunstpädagogischer Lernarrangements gelebt werden kann, wobei es im Kren um die Möglichkeiten eines produktiven Perspektivwechsels geht.

N5
Elternarbeit und Kooperation in inklusiven Settings
Dr. Ekkehard Ossowski [Vertreter der Professur für die Pädagogik des Grundschulalters an der Universität Osnabrück]
Magdalena Hollen, M.A. [Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Schulpädagogik an der Universität Osnabrück und Sprecherin der Arbeitsstelle Heterogenität und Inklusion]
Minu Wirth [Mutter eines Kindes mit Förderbedarf]

Mit der Einführung der inklusiven Schule kommt der Elternarbeit eine neue, nicht zu unterschätzende Bedeutung zu, da es einerseits gilt, alle Eltern in schulische Angelegenheiten einzubeziehen, andererseits aber auch den spezifischen Beratungs- und Kooperationsbedürfnissen von Eltern mit behinderten Kindern gerecht zu werden. Insbesondere die Lebenssituation dieser Eltern wird beleuchtet und durch die Mutter eines behinderten Kindes realitätsnah illustriert. Darüber hinaus werden Beratungs- und Kooperationskonzepte präsentiert als auch zur Diskussion gestellt.


Hinweise zur Anmeldung:
- Bitte wählen Sie bei Ihrer Anmeldung jeweils ein Forum am Vormittag und am Nachmittag aus.
- Teilen Sie im Feld "Bemerkungen" jeweils einen Zweitwunsch für die beiden Foren-Phasen mit.
- Notieren Sie im Feld "Bemerkungen" bitte auch, welcher der genannten Akteursgruppen ( siehe Adressaten ) Sie angehören (Achtung: Der ermäßigte Teilnehmerbeitrag von € 10,00 kann nur bei Angabe "Studierende/r" oder "Lehrer*in im Vorbereitungsdienst" berücksichtigt werden).
Zielsetzung
Ausbau der Vernetzung von Theorie und Praxis, themenorientierter Austausch und gemeinsames Lernen aller an der Lehrerbildung beteiligten Akteursgruppen
Schulform

beliebig

Veranstalter
Universität Osnabrück Zentrum für Lehrerbildung
Drucken
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln