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Veranstaltungsangebote für den schulischen Bildungsbereich in Niedersachsen.

Abrufangebot: Workshop Improvisationstheater
Nr.
KH.AA.30
Dauer
k.A.
Anfang
nach Absprache
Ende
nach Absprache
Anmeldeschluss
Keine Angabe
Kosten
kostenlos
Beschreibung
"Es ist, als hätte man mir erlaubt, wieder Kind sein zu dürfen
und Teile meines Geistes zu beschäftigen, die ich schon vor Jahren abgeschottet hatte"
- Australischer Impro-Spieler bei der Olympiade -

Improtheater ist die Kunst, aus dem Nichts eine Theaterszene zu erschaffen; eine unterhaltsame, ansehnliche Szene im besten Fall, aber im Grunde auch nur eine Szene, an der zumindest die Spielenden Spaß haben. Ähnlich wie die Vater-Mutter-Kind-Spiele von Kindern, deren Spiel kein Skript, keine ausgeklügelte Dramaturgie zugrunde liegt, die einfach nur spielend das abbilden, was die Welt ihnen an Material bietet.

Das spontane Spiel, das Vorschulkindern das größte Vergnügen bereitet, ist etwas, das den meisten Erwachsenen schwerfällt. In unserer Welt ist es üblich, das wir eben nicht ohne Skript, ohne Plan auf die Bühne des
Alltags gehen und intuitiv agieren, wir benötigen Muster, Strukturen und Prinzipien, innerhalb derer wir handeln und von denen wir uns leiten lassen.

Das Improtheater bietet zwar einen Rahmen und gibt den Spielenden sogar Prinzipien an die Hand, letztendlich ist der/die Spieler_in auf der Bühne aber auf sich gestellt und holt die Figuren, Ideen, die Geschichte ganz aus sich selbst heraus.

Dabei schult Improtheater die verschiedensten Fähigkeiten:

> Kooperations- und Kompromissbereitschaft.
Da die Szenen natürlich nicht allein gespielt werden, ist es essentiell, auf seine Spielpartner zu achten, ihre Ideen nicht zu zerstören, sondern sie zu bestärken und ggf. eigene Ideen zurückzustecken. Dies passiert natürlich nicht durch theoretisches Aushandeln auf der Metaebene, sondern spontan im Spiel auf der Bühne.

> Spontaneität.
Wie im richtigen Leben auch, sind wir auf der Bühne
des Improtheaters permanent vor Entscheidungen gestellt. Wie geht die Szene weiter? Was macht meine Figur als nächstes? Wie wird der dramatische Konflikt gelöst? Improtheater fördert den Mut, Ideen einfach auszuprobieren und den Zweifler in uns allen erst einmal zum Schweigen zu bringen, vielleicht sogar Fehler zu machen, um sie hinterher wieder zu korrigieren. Fehler sind im Alltag, in der Gesellschaft, in der Schule ja geradezu ein Tabu. Im Improtheater sind sie Teil des Prozesses und die Einladung, sie zu begehen, schafft zuerst Freiheit und dann eine ungeahnte neue Qualität der Spontaneität.

> Kreativität.
Die leere Bühne und vielleicht noch eine winzige Idee dazu (bspw. Die nächste Szene spielt auf einem Friedhof) verlangt
den Spielenden sehr viel der kindlichen Kreativität ab, die
wir vielleicht schon verschüttet glauben, die aber in jedem von uns vorhanden ist und gezielt mit verschiedenen Vorübungen, die Teil des Workshops sind, aus den Teilnehmenden herausgekitzelt werden kann.

> Spaß.
Ein wichtiges Element des gemeinsamen Spiels ist natürlich
der Spaß. Gemeinsam zu lachen wirkt Wunder auf die Atmosphäre innerhalb einer Gruppe und deren Arbeits- und Umgangsdynamik.

> Gespür für soziale Situationen.
Eine Improtheaterszene zu betreten ist wie einen sozialen Raum zu betreten. Zunächst ist es wichtig zu erkennen, was ist bereits vorhanden, was herrscht für eine Dynamik und dann zu entscheiden, wie kann ich mich einbringen, um die Szene weitervoranzutreiben. Dabei geschult werden die sozialen Fühler und ein feines Auge für die Situation.
Die angesprochenen Fähigkeiten sind meistenteils sogenannte Soft Skills, die natürlich weit über das Improtheaterspiel hinaus eine Rolle spielen und interessante Ansatzpunkte und Anregungen bieten, sei es für den Schulalltag, das Miteinander mit den Kollegen oder auch im Privatleben. Des Weiteren können natürlich konkrete Übungen und Spiele übernommen werden und im Unterricht als Auflockerung oder zum Training bestimmter
Fähigkeiten verwendet werden.

Der Aufbau umfasst je nach Gesamtdauer des Workshops in variierbarer Länge verschiedene Lockerungs- und Kooperationsübungen aus dem spiel-/erlebnis- und theaterpädagogischen Bereich, bevor es dann in einer
sich anschließenden Phase endlich auf die Bühne geht und eher szenisch gearbeitet wird.

Referent: Jonas Müller

Wenn sie sich für dieses Angebot interessieren, setzen Sie sich bitte mit uns (kurshotline@lehrerbildung.uni-hannover.de) oder der Kursleitung (jonas.mue@gmx.net.) in Verbindung.
Schulform

Sek I-Bereich

Veranstalter
Kompetenzzentrum Universität Hannover - Lehrerfortbildungi
verantwortlich
Anmeldung nicht möglich: Veranstaltung schon belegt
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