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Veranstaltungsangebote für den schulischen Bildungsbereich in Niedersachsen.

Sexuelle Bildung und Prävention sexueller Gewalt - ein Thema in der Grundschule
Nr.
KOL.2310.N04
Dauer
mehrtägige Veranstaltung
Sexuelle Gewalt - ein Thema auch in der Schule: 06.03.2023-06.03.2023, 09:30 - 15:30
Sexuelle Gewalt - ein Thema auch in der Schule: 13.03.2023-13.03.2023, 08:00 - 16:00
Anmeldeschluss
06.02.2023
max. Teilnehmende
25
min. Teilnehmende
12
Kosten
kostenlos
Adressaten
Lehrkräfte für Kinder im Grundschulalter (Grundschule und Förderschule)
Veranstaltungstypen
  • Präsenz
  • Fortbildung
Beschreibung
zweitägige Veranstaltung: 06.03.2023 und 13.03.2023

1. Tag: 06.03.2023:

09.30 - 10.30 Uhr:Organisatorisches und Einstieg: Wie spricht man über Sex?

Zur Begrüßung erwartet Sie eine kleine Ausstellung mit Bilderbüchern für den Einstieg in sexuelle Bildung, das Sprechen über Sexualität und Antworten auf die Frage, was Sexualität ist.

10.30 - 11.30 Uhr: Wie sehe ich „Sexualität“?

Gehen Sie auf Entdeckungsreise durch Ihren eigenen Geist und Ihre Gedanken mit Hilfe von Nachdenkkarten: Es warten 10 Karten auf Sie, jede Karte zu einem Themenbereich der Sexualität und sexuellen Bildung, die Fragen an Sie heranträgt, auf die es keine «einfache» fachliche Antwort gibt, sondern anhand derer Sie herausgefordert werden, über Ihre eigene Haltung nachzudenken, indem Sie über die Fragen nachdenken und mit anderen diskutieren.

Ziel dieses Abschnitts ist es, sich selbst in seinen Einstellungen, Werthaltungen, Gedanken besser kennen zu lernen. Das ist Voraussetzung für eine souveräne Aneignung der Inhalte, der Präsentation derselben im Unterricht, für Elterngespräche und die Haltung, die Sie vor allem Kindern entgegenbringen. Diese Haltung kann Kindern sagen: Mit mir kannst du über alles sprechen, eine bedeutsame Grundlage für den Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt.

12.00 - 13.30 Uhr: Kind und Sexualität: entwicklungspsychologische Grundlagen der Mädchen und Jungen im Grundschulalter, Fragen und Interessen der Kinder und Konsequenzen für die Konzeption sexueller Bildung.

Ausgehend von der These von Uwe Sielert («Frühsexualisierung ist heute ein Kampfbegriff, gegen eine Sexualerziehung, die die Sexualität von Kindern ernst nimmt.») suchen wir nach Antworten auf die Frage: Sind Kinder sexuelle Wesen? Und welche Art der sexuellen Bildung ist ihnen angemessen? Welche Bedeutung hat sexuelle Bildung im Rahmen der Prävention sexueller Gewalt – und warum ist die sexuelle Entwicklung von Kindern gerade KEIN Argument für Täter*innen, sondern dafür, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein einzelnes Kind zu schützen?

Das Ziel dieser Sitzung ist, Ihnen Überblickswissen über die Entwicklung der kindlichen Sexualität zu vermitteln, den gesellschaftlichen Diskurs um verschiedene Sichtweisen auf kindliche Sexualität besser verstehen und einordnen zu können und Ihnen somit auch Argumentationshilfen an die Hand zu geben auf die Frage, ob Sexualerziehung/sexuelle Bildung in der Grundschule nicht viel zu früh angesetzt sei und warum Prävention gegen sexuelle Gewalt nicht ohne die psychosexuelle Entwicklung der Kinder und sexuelle Bildung zu denken ist und welche Rolle der Präventionsansatz «Protect» dabei spielt.

14.00 - 15.30 Uhr: Wie sie sich fühlen, was sie sich wünschen: Was erwarten Kinder im Grundschulalter vom Thema «Sex» und was können sie lernen, welche Kompetenzen erwerben? Betrachtung empirischer Grundlagen und Schlussfolgerungen für die Prävention sexueller Gewalt.

Ziel: Hier greifen wir auf die Kinderfragen und Kinderwünsche an die Sexualerziehung zurück mit dem Ziel, für Schüler*innenfragen und –interessen zu sensibilisieren, Ihnen einen Überblick zu verschaffen auf die Frage, was alles auf Sie zukommt und Ihnen Leitlinien/Lernziele für die sexuelle Bildung an die Hand zu geben, diese kritisch zu durchdenken, so dass Sie Orientierungskompetenz gewinnen in dem Dschungel an Möglichkeiten in diesem Feld. Die Interessen und Fragen der Kinder sowie die von Milhoffer daraus gewonnen Lernziele können Ihnen dazu ein Leuchtturm sein. Die Interessen und Bedürfnisse der Kinder werden im Hinblick auf ihre Bedeutung und den Ertrag für die Prävention sexueller Gewalt gedacht.

2.Tag: 13.03.2023:

09.30 - 10.00 Uhr: Ankommen & Warming Up

Die kleine Kinderbuchausstellung begrüßt Sie mit ersten Gesprächen über die Inhalte der letzten Woche.

10.00 - 12.00 Uhr: Sexuelle Gewalt gegen Kinder

In den Medien wird gern von «sexuellem Missbrauch» gesprochen, daneben existieren noch die Begriffe der «sexuellen Gewalt» bzw. «sexualisierten Gewalt». Wir nähern uns der Thematik über diese Begrifflichkeiten, indem wir ihre Wirkung diskutieren und verhandeln, denn Sprache hat eine große Außenwirkung. Das Fotoprojekt #unbreakable, das ich Ihnen ausschnittweise still präsentieren möchte, gibt einen emotionalen Einblick in die Struktur sexueller Gewalt, in die Strukturen von Täter*innen und Überlebenden. Darum geht es in dem sich anschließenden Vortrag: Welche verschiedenen Tätertypen gibt es, woran erkenne ich sie? Ein besonderes Augenmerk erfahren die analogen und digitalen Grooming-Strategien, die bedeutsame Schlussfolgerungen für oder gegen die Eignung von Präventionsmaßnahmen zulassen. Und: Welche Signale senden Kinder und Jugendliche, die sexuelle Gewalt erleben? Wie und woran erkenne ich, dass ein Kind sexualisierte Gewalt erfährt? In einem weiteren Informationsbeitrag erfahren Sie, wie verbreitet sexuelle Gewalt gegen Kinder ist, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie regelmäßig eingreifen müssen, warum Kinder mit Beeinträchtigungen besonders gefährdet sind und welche Rückschlüsse sich daraus für Prävention ziehen lassen. Außerdem erfahren Sie, wo sie selbst Hilfe bekommen können, um einem betroffenen Kind zu helfen.

Ziel dieses Abschnitts ist die Kompetenz zu erlangen, Kinder, die in dieser schwierigen Situation stecken, zu erkennen und als Lehrkraft im Rahmen Ihrer Möglichkeiten angemessen mit dieser Situation umzugehen. Dazu gehört auch, Täterstrategien zu kennen und zu erkennen, denn einerseits hilft es, wachsam auf Signale zu achten, andererseits hilft Wissen über Täter*innen, die eigenen Verhaltensweisen sorgsam zu durchdenken und die richtige Strategie zu wählen, um dem betroffenen Kind zu helfen.

12.30 - 14.00 Uhr: Präventionskonzepte – das Für und Wider verschiedener Konzepte und starke Kinder als bester Schutz

Kindern beizubringen, «Nein!» zu sagen ist eine beliebte Präventionsstrategie. Dass sie vielfach nicht funktioniert, nicht funktionieren kann und mehr Makulatur zur Beruhigung der Erwachsenen ist, Prävention «gemacht» zu haben als Kinder wirksam zu schützen, kann aus dem bisher Erarbeiteten leicht geschlussfolgert werden. Aber: Was hilft wirklich? Neinsagen darf nicht allein bleiben. Dieser Ansatz gibt letztlich die Verantwortung an die Kinder ab. Auch die Idee, Kindern beizubringen, sich Hilfe zu holen, setzt einerseits auf die Initiative der Kinder und andererseits auf die Erwachsenen in ihrem Umfeld. Zivilcourage ist allerdings auf dem Rückzug…

Es reicht nicht aus, Kindern die Verantwortung für ihren Schutz zu überlassen! Wirksamer Schutz, so gut wie möglich, besteht aus alle diesen Bausteinen zusammen, vor allem aus «Empowerment» und «Protect». Was sich hinter diesen Ansätzen verbirgt, wie sie konkret gestaltet werden können und was das alles mit unserem Beginn, der Außenwirkung der Begriffe zu tun hat, das erfahren Sie in diesem Baustein. Eine Filmempfehlung: Spotlight

14.30 - 15.30 Uhr: «Ich muss dir was erzählen, aber du darfst es keinem sagen!»

Die Gratwanderung zwischen dem Besten für das Kind, eigenem Gewissen und juristischen Belangen meistern, ist das Ziel dieses letzten Abschnitts der Fortbildung. Wir nähern uns diesem Ziel über eine Dilemmageschichte, die wir mit Hilfe des Wertequadrats betrachten und eine Lösung finden – individuell und eine, mit der Sie leben können. Dazu reflektieren wir verschiedene Umgangsweisen und wägen ab, welche Vorgehensweise im Akutfall möglich und aus Ihrer Sicht richtig sind.

Diese Veranstaltung wird als bildungspolitischer Schwerpunkt vom Niedersächsischen Kultusministerium finanziell gefördert und ist kostenfrei.

Dies gilt nicht für Schulen in freier Trägerschaft. Diese müssten bei einer Teilnahme anteilige Kosten in Höhe von 170,- Euro zahlen.
Schulform

Förderschule,

Grundschule

Veranstalter
Kompetenzzentrum Universität Oldenburg - Oldenburger Fortbildungszentrumi
verantwortlich

Veranstaltungsteam
Angelika Heike
Julia Julia Lüpkes Lüpkes (Leitung)
Zielsetzung
Die Fortbildungsreihe vermittelt ein Überblickswissen über die Entwicklung der kindlichen Sexualität, um den gesellschaftlichen Diskurs um verschiedene Sichtweisen auf kindliche Sexualität und die Thematisierung in der Grundschule besser verstehen und einordnen zu können.
Es wird auf die Kinderfragen und Kinderwünsche an die Sexualerziehung eingegangen, mit dem Ziel für Schüler*innenfragen und –interessen zu sensibilisieren Die Interessen und Bedürfnisse der Kinder werden im Hinblick auf ihre Bedeutung und den Ertrag für die Prävention sexueller Gewalt gedacht.
Es wird thematisiert, wie Kinder in schwierigen Situationen erkannt werden können und mit welchen Strategien ihnen geholfen werden kann.
Kompetenz
  • Anzeichen sexueller Gewalt kennen und erkennen
  • Geeignete Präventionsstrategien kennen (vorbeugend und begleitend)
  • Rechtliche Grundlagen des eigenen Handelns kennen, Handlungssicherheit in der Begleitung betroffener Kinder gewinnen
  • Prävention einbinden in den Rahmen sexueller Bildung
  • Sicherheit gewinnen im Umgang mit dem Thema Sexualität
Inhalte
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