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Veranstaltungsangebote für den schulischen Bildungsbereich in Niedersachsen.

Fachtag: „Im Dunteln ist dut Munteln“ – Sprachförderung im inklusiven Kontext
Nr.
KBED22.40.152
Dauer
Tagesveranstaltung
Anfang
06.10.2022 , 08:30 Uhr
Ende
06.10.2022 , 16:00 Uhr
Anmeldeschluss
22.09.2022
max. Teilnehmende
60
min. Teilnehmende
40
Kosten
kostenlos
Adressaten
Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulsozialarbeiter*innen sowie andere pädagogische Mitarbeitende aller Schulformen (außer BBS) - Die Teilnehmenden müssen an einer niedersächsischen Schule tätig sein.
Veranstaltungstypen
  • Präsenz
  • Fortbildung
Beschreibung
„Im Dunteln ist dut Munteln“ – Sprachförderung im inklusiven Kontext

Sprachförderung nimmt einen immer größeren Stellenwert vor allem in den Grundschulen ein. Die Zahl an Schülerinnen und Schülern mit Sprachauffälligkeiten nimmt zu und stellt die Lehrkräfte zum Teil vor große Herausforderungen. Eine Förderung in den inklusiven Schulen muss gut geplant sein und bedarf eines Wissens rund um die Sprachentwicklung und ihrer Stolpersteine und um Fördermöglichkeiten, die man unterrichtsimmanent einsetzen kann.

Der Fachtag richtet sich in erster Linie an Regelschullehrkräfte sowie Förderschullehrkräfte ohne Fakultas Sprache. Es sollen Handlungsmöglichkeiten für die Sprachförderung im inklusiven Unterricht in Abgrenzung zur Sprachtherapie vorgestellt werden. Diagnostische Verfahren bieten dabei eine Hilfestellung für die Darstellung der Lernausgangslage als Ansatzpunkt für die Förderplanung. Ein Repertoire an Fördermöglichkeiten, die sowohl neue Medien und Lern-Apps als auch analoge Verfahren beinhalten, sowie Hinweisen zur Lehrersprache ermöglichen den Lehrkräften, die Planung einer zielgerichteten Förderung, die letztendlich allen Kindern zu Gute kommt.

Schwerpunktmäßig befasst sich der Fachtag mit Schülerinnen und Schülern mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf Sprache sowie einem individuellen Bedarf in diesem Bereich in Abgrenzung zu Kindern nicht deutscher Herkunftssprache, die die deutsche Sprache neu erlernen müssen. Die Handlungsmöglichkeiten im Bereich der Sprachförderung ähneln sich jedoch sehr für diese beiden Zielgruppen und können vielfältig eingesetzt werden.


ABLAUF:

08:30 Uhr: Ankommen bei Stehkaffee
09:00 Uhr: Start in den Fachtag

„Was soll ich denn noch alles machen?“ – Sprachförderung ‚all inclusive‘?
Vortrag Prof. Jörg Mußmann (Hochschulprofessor für Inklusive Pädagogik mit dem Schwerpunkt Pädagogik bei Sprachbeeinträchtigungen, Linz/Österreich)

anschließend Diskussion

11:30 Uhr: Pause
11:45 Uhr: Arbeit in den Workshops

12:30 Uhr: Mittagessen

13:30 Uhr: Weiterarbeit in den Workshops (inkl. Kaffeepause)
15:30 Uhr: Abschlussrunde
16:00 Uhr: Ende

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VORTRAG:

„Was soll ich denn noch alles machen?“ – Sprachförderung ‚all inclusive‘?

Seit über 10 Jahren besteht auch in Deutschland durch die Konvention der UN für die Rechte von Menschen mit Behinderungen die rechtliche und verbindliche Grundlage für die Gestaltung eines inklusiven Schulsystems. Auch die Sprachheilpädagogik entwickelte, wenn auch sehr zögerlich, inklusive Konzepte und Methoden. Das Problem, im Kern seit über 100 Jahren, liegt in dem Anspruch der Exklusivität ihres therapeutischen Anspruches in einem inklusiven System, der in Teilen sogar besser durch die Logopädie abgedeckt werden kann. Die Fachrichtung verlor ihren Bildungsauftrag als Pädagogik aus den Augen. In diesem Vortrag soll theoretisch und empirisch aufgezeigt werden, dass spezifische, entwicklungsfördernde Sprachbildung in der tagtäglichen Unterrichtsarbeit möglich und erforderlich ist, durch alle Lehrkräfte und durchgängig in allen Fächern.


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Bitte wählen Sie im Rahmen Ihrer Anmeldung EINEN der u. g. sieben Workshops aus.

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Die am Veranstaltungsort geltenden Corona-Bestimmungen sind einzuhalten: https://ev-bildungszentrum.de/

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Diese Veranstaltung wird als bildungspolitisches Schwerpunktthema vom Niedersächsischen Kultusministerium finanziell gefördert und ist kostenfrei.

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Reisekosten werden im Rahmen der bereitgestellten Haushaltsmittel auf Antrag an Lehrkräfte ÖFFENTLICHER Schulen erstattet. Das entsprechende Formular finden Sie hier: http://www.extra.formularservice.niedersachsen.de/cdmextra/cfs/eject/pdf/427.pdf?MANDANTID=5&FORMUID=035_002n

Am Ende der Veranstaltung übergeben Sie ggf. das ausgefüllte Formular der Veranstaltungsleitung.

Bei Fragen zur Reisekostenabrechnung wenden Sie sich bitte direkt an das Team Reisekosten im NLQ:
reisekostenstelle@nlq.nibis.de

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Wichtiger Hinweis:
Die Einladung zur Veranstaltung erfolgt nach dem Anmeldeschluss, i. d. R. ca. 14 Tage vor Veranstaltungsbeginn per e-mail. Eine Absage der Veranstaltung erfolgt im gleichen Zeitraum.
Dienstrechtl. Versicherungsschutz wird gewährt, wenn eine Genehmigung der Schulleitung vorliegt.
Bitte beachten Sie, dass Sie mit Ihrer Anmeldung zu dieser Veranstaltung die *Allgemeinen Bedingungen für die Teilnahme an Veranstaltungen* akzeptieren. Sie finden die Bedingungen unter:
http://kompetenzzentrum.ev-bildungszentrum.de/teilnahmebedingungen/
Schulform

beliebig

Veranstalter
Kompetenzzentrum Bad Bederkesa Ev. Bildungszentrumi
verantwortlich
Veranstaltungsteam
Dr. Balsam Al-Janabi
Annett Bouwer
Petra Hege
Petra Kardinal-Radis
Ulrike Majewski
Sophie Mattscheck
Prof. Dr. Jörg Mußmann (Leitung)
Dorothee Schreiber
Silke Vogel
Christine Wiebusch
Workshops

11:45

12:45

13:45

14:45

15:45

Workshop 1

Was soll ich denn noch alles machen? – Warum Sie täglich Sprache fördern, ohne es manchmal zu merken!

Mit Vortrag, Videoanalysen und praktischen Erproben von Checklisten wird aufgezeigt, wo und wie Lehrkräfte in der tagtäglichen Unterrichtsarbeit sprachentwicklungsfördernd tätig sind. Wir wollen diskutieren, wie Lehrkräfte ohne Spezialisierungen in diesem Bereich die Förderung unterrichtsimmanent spezifisch gestalten können und wann Grenzen erreicht werden, die exklusive Expertinnen und Experten aus der Sonderpädagogik oder Logopädie erfordern. Referent: Prof. Dr. Jörg Mußmann

Workshop 2

Sprachheilpädagogischer Handwerkskoffer Sprache

Im Rahmen der inklusiven Beschulung treffen wir immer wieder auf Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen in der Sprache. Wie kann ich diesen Schülerinnen und Schülern im Unterricht gerecht werden und wie kann ich sie unterstützen? In dem Workshop wird das Marburger Sprachscreening (MSS-E) als praktikables Diagnostikinstrument zur Erfassung sprachlicher Fähigkeiten vorgestellt sowie konkrete Ideen und praktische Umsetzungsbeispiele zur Förderung im Unterricht erarbeitet. Referentinnen: Ulrike Majewski und Petra Kardinal-Radis

Workshop 3

Bausteine der sprachlichen Entwicklung

Zum Verständnis sprachlicher Auffälligkeiten in der Schule gehört das Wissen um den regelgerechten Spracherwerb. In diesem Workshop sollen Inhalte über sprachliche Entwicklung vermittelt werden, die für Lehrende im Kontext Schule relevant sind. Dieser Workshop soll eine Hilfestellung sein, Auffälligkeiten angemessen einordnen bzw. Handlungsbedarf rechtzeitig erkennen zu können. Referrentin: Petra Hege

Workshop 4

Sprachauffälligkeiten und LRS in der Primarstufe

Zwischen Sprachauffälligkeiten und LRS besteht häufig ein enger Zusammenhang. In diesem Workshop werden die Zusammenhänge zwischen beiden beleuchtet und in Gruppenarbeit Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs erörtert. Referentin: Sophie Mattscheck

Workshop 5

Diklusiver Unterricht - Sprachförderung mit digitalen Medien

Digitale Medien bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, Sprache unserer Schülerinnen und Schüler im Unterricht zu fördern. Diklusive Sprachbildung (vgl. Lea Schulz) beschreibt den Weg, durch und über Medien an Sprache teilzuhaben sowie die digitalen und sprachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Vor diesem Hintergrund wird in diesem Workshop ein kurzer Blick auf die Erfahrungen der Teilnehmenden zum Thema Sprachförderung und digitale Medien geworfen. Nach einem theoretischen Input werden spezielle digitale sprachliche Lernangebote, die im inklusiven Unterricht angewendet werden können, aber auch Möglichkeiten zur individuellen Sprachförderung durch Medien betrachtet. Ganz konkret werden verschiedene Apps und Anwendungen, ausgehend von den Sprachebenen, vorgestellt und exemplarisch erprobt, die sich in unserer praktischen Arbeit in der Schule bewährt haben. In einer Abschlussphase wird reflektiert, wie die Teilnehmenden schon morgen einen sprachsensiblen Unterricht mit Hilfe des diklusiven Ansatzes planen und durchführen. Bitte, wenn vorhanden, ein iPad für den Kurs mitbringen. Referentin: Annett Bouwer

Workshop 6

Einschätzungshilfen zur Erfassung der sprachlichen Kompetenzen von Schüler*innen

Wir lernen diagnostische Mittel zur Erhebung des Sprachstands von Schülerinnen und Schülern kennen, die auch ohne vertiefte Kenntnisse im Bereich Sprachentwicklung und -erwerb im schulischen Rahmen durchführbar sind. Nach einer kurzen Einführung erproben die Teilnehmenden in Gruppenarbeit die vorgestellten Verfahren in der Durchführung und Auswertung, um für die Anwendung im schulischen Bereich vorbereitet zu sein. Referentinnen: Dorothee Schreiber, Silke Vogel, Christine Wiebusch

Workshop 7

Mehrsprachigkeit und gezielte Sprachförderung

Eine gute Förderung beim Erlernen der deutschen Sprache stellt Lehrkräfte durch die Heterogenität der Herkunftsländer vor Herausforderungen. Das gute Unterrichten von Deutsch als Zweitsprache (DaZ) setzt voraus, dass individuelle Bedarfe auch mit gezielten Sprachfördermaßnahmen erfüllt werden. Die Schwierigkeiten beim Erlernen der deutschen Sprache hängen eng mit den Herkunftssprachen der Schüler:innen zusammen. So können manche Sprachbereiche mehr Gemeinsamkeiten aufweisen, wohingegen andere Bereiche der deutschen Sprache neu erlernt werden müssen. Dieser Workshop hat das Ziel, bestimmte Eigenschaften der Herkunftssprachen zu verstehen und daraus geeignete Fördermaßnahmen zu entwickeln. Mehrsprachigkeit kann weniger als Schwierigkeit, sondern als wertvolle Bereicherung unserer Schulen angesehen werden. Die konstruktive Lernförderung von Schüler:innen verschiedener Herkunftsländer kann durch unser Wissen über die Herkunftssprachen ermöglicht werden. In diesem Workshop lernen die Teilnehmer:innen wichtige Merkmale verschiedener Sprachen, wie u.a. Ukrainisch, Russisch, Arabisch, Spanisch, sowie Unterschiede ihrer Schriftsysteme kennen. Dabei wird der Zusammenhang von Eigenschaften der Herkunftssprache, sowie die Schwierigkeiten beim Erlernen der Zweitsprache deutlich. Das Verständnis für Sprachförderbedarfe nichtdeutscher Schüler:innen wird dadurch gebessert. Methoden zur zielgerichteten Sprachförderung werden in diesem Workshop durch Übungen vermittelt. Bestimmte Materialien zur Vertiefung von Förderschwerpunkten werden den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt. Es werden Textfehler von Schüler:innen mit unterschiedlichen Erstsprachen in Praxisphasen untersucht, wenn die Teilnehmer anhand des Textes die Herkunftssprache erkennen sollen. Anhand konkreter Übungen werden Schwerpunktübungen für DaZ Schüler:innen erarbeitet und weitere Möglichkeiten zur Sprachförderung erarbeitet. Referentin: Dr. Balsam Al-Janabi

Zielsetzung
Die Teilnehmenden lernen vielfältige Möglichkeiten zur spezifischen, entwicklungsfördernden Sprachbildung für ihre tägliche Unterrichtspraxis kennen - hauptsächlich bezogen auf Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf Sprache.
Kompetenz
  • kennen neueste, wesentliche theoretische Grundlagen von Sprachbildung in inklusivem Kontext
  • haben verschiedenen digitale und analoge Möglichkeiten zur Sprachförderung im inklusiven Unterricht kennengelernt
  • haben Handlungsrepertoire hinsichtlich Sprachbildung erweitert
Inhalte
  • Neueste theoretische (Grund)-Kenntnisse zur Sprachbildung in inklusivem Kontext sowie praxisbezogene Möglichkeiten zur individuellen Sprachförderung stellen inhaltliche Schwerpunkte des Fachtages dar.
  • Die Teilnehmenden können ihr Handlungsrepertoire im Bereich Sprachförderung erweitern.
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