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Veranstaltungsangebote für den schulischen Bildungsbereich in Niedersachsen.

Demokratiebildung / Geschichte / Kunst: »Zwangsarbeit in Braunschweig« Geschichte vor Ort - Die Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße als außerschulischer Lernort
Nr.
KBS047320
Dauer
1 Nachmittag
In Zusammenarbeit mit
Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße
Anfang
16.11.2020 , 15:00 Uhr
Ende
16.11.2020 , 19:00 Uhr
Anmeldeschluss
26.10.2020
max. Teilnehmer
10
min. Teilnehmer
4
Kosten
kostenlos
Adressaten
Interessierte Lehrkräfte aller Schulformen (Sek I und Sek II)
Veranstaltungstypen
  • Fortbildung
Beschreibung
Die Bildungsangebote der Gedenkstätte Schillstraße fördern das forschende und kompetenzorientierte Lernen von Schüler*innen und die Entwicklung eines kritischen Geschichtsbewusstseins. Das Vermittlungskonzept der Einrichtung hat einen multiperspektivischen Ansatz, wobei die Auseinandersetzung mit Biografien ehemaliger KZ-Häftlinge bzw. Zwangsarbeiter*innen wesentlich ist. Die Beschäftigung mit dem Schicksal von zivilen Zwangsarbeiter*innen (siehe neues Workshop-Format) veranschaulicht die Komplexität des nationalsozialistischen Zwangs- und Verfolgungssystems und erweitert den Blick auch auf andere Gruppen neben den verfolgten Jüdinnen und Juden. Es soll ferner zur Auseinandersetzung mit der Frage nach dem »wie und warum« des Erinnerns an die NS-Verbrechen angeregt und Gegenwartsbezüge hergestellt werden.

In einem 2-3 tägigen pädagogischen Workshopangebot an Schulen können sich Jugendliche durch einen stark aktiv-kreativen Zugang mit dem Thema Zwangsarbeit während der NS-Zeit in Braunschweig beschäftigen. Eine Auswahl historischer Fotografien aus dem Privatbesitz ehemaliger polnischer Zwangsarbeiter*innen bildet den Ausgangspunkt der Auseinandersetzung. Den Aufnahmen nähern sich die Jugendlichen mit assoziativen und zeichnerischen Übungen an, arbeiteten besondere Details heraus und stellen als performative Methode für Polaroid-Aufnahmen ausgewählte Szenen nach. Das auf den Aufnahmen Sichtbare wird durch historische Informationen und Quellenmaterialien kontextualisiert und kontrastiert. Anschließend erarbeiten die Jugendlichen Skripte als Grundlage für eine Audioaufnahme.

Am Beispiel des Workshops soll verdeutlicht werden, wie bereichernd ein interdisziplinärer Ansatz in der Gedenkstättenarbeit in Ergänzung zu "klassischen" Vermittlungsformaten sein kann. Zum einen setzen sich die Jugendlichen umfassend mit der NS-Geschichte, dem System der Zwangsarbeit am lokalen Beispiel und den Biografien der betroffenen Menschen auseinander, zum anderen können sie experimentieren, neue Ausdrucksformen erproben und sich mit ihrer Persönlichkeit, ihrem Körper und ihrer Stimme individuell einbringen. Ihnen wird ein freierer Zugang mit stärkerer Aktivität und auf Empathie-Bildung ausgerichteter Partizipation geboten. Auch können sie reflektieren, was eine Auseinandersetzung mit der historischen Thematik für ihre eigene Lebenswelt für eine Relevanz hat, und diskutieren, wie sich Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus in der Gegenwart äußern.


Die Gedenkstätte Schillstraße erinnert an ein früheres Außenlager des KZ Neuengamme und dokumentiert als zentraler Ort des städtischen Gedenkstättenkonzepts die Geschichte Braunschweigs im Nationalsozialismus. Vielseitige Bildungsprogramme bieten die Möglichkeit sich einführend oder vertiefend mit den Themen Nationalsozialismus, Zwangsarbeit und Erinnerungskultur am lokalen Beispiel auseinanderzusetzten. Vorläufige Verlaufsplanung:
1.) Ankunft und Begrüßung / Vorstellung des Programms / Erwartungen und Wünsche
2.) Einführung in die Geschichte des historischen Ortes und Vorstellung der Gedenkstätte
3.) Überblick über die etablierten pädagogsiche Angebote (Führungen, Projekttage o.ä.)
4.) Ausführliche Vorstellung eines neuen, interdisziplinären Workshopangebotes zum Thema Zwangsarbeit in Braunschweig, welches Gedenkstättenpädagogik mit Kunstvermittlung verknüpft (Erläuterung des Konzeptes / Eindrücke von den Erprobungen mit mehreren Schulklassen / Vorstellung des Ablaufes, der Methoden und der aufbereiteten Arbeitsmaterialien mit Veranschaulichung des praktischen Einsatzes)
5.) Abschluss und Feedback

Referent*innen:
Gerald Hartwig (wiss. Mitarbeiter für Gedenkstättenpädagogik), Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße

Sophia Hamann ist freie Künstlerin und hat im Auftrag des Arbeitskreis Anderer Geschichte e. V. (Träger der Gedenkstätte) zusammen mit Gerald Hartwig das Konzept für das neue Workshopangebot ausgearbeitet und erprobt.

Teilnahmekosten werden nicht erhoben. Diese Veranstaltung wird als bildungspolitisches Schwerpunktthema vom Niedersächsischen Kultusministerium finanziell gefördert.

Es gelten die »Bedingungen für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen des Kompetenzzentrums Lehrerfortbildung der TU Braunschweig (KLBS)«: http://www.tu-braunschweig.de/klbs Mit der Anmeldung zu dieser Veranstaltung erkennen Sie diese Bedingungen an.
Auszug: Ein Rücktritt von einer Veranstaltung vor Anmeldeschluss kann per E-Mail an das Kompetenzzentrum Lehrerfortbildung (KLBS) erfolgen.

Reisekosten werden im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel gezahlt. Soweit erforderlich beantragen Sie bitte die Dienstreisegenehmigung bei der für Sie zuständigen Dienststelle (Dienststelle der Lehrkräfte ist die Schulleiterin bzw. der Schulleiter). Die entsprechenden Formulare hat die NLSchB hier eingestellt: http://www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de/service/formulare

Der »Antrag auf Gewährung von Reisekostenvergütung für Fortbildungsveranstaltungen nach § 23 Abs. 2 NRKVO« kann heruntergeladen und vollständig ausgefüllt und unterschrieben am Ende der Veranstaltung bei der Veranstaltungsleitung abgegeben werden. Die Veranstaltungsnummer KBS……
muss bei »Grund, Datum/Daten der Reise(n) « eingetragen werden.
Zielsetzung
Im Rahmen der Fortbildung wird den Teilnehmenden zunächst ein Überblick über die Geschichte des historischen Ortes und ein Einblick in die etablierten Bildungsangebote für Gruppen/Schulklassen geboten. Nachfolgend wird ausführlich ein neues, interdisziplinäres Workshop-Angebot vorgestellt, dessen innovativer Ansatz die Verknüpfung von Gedenkstättenpädagogik mit Kunstvermittlung ist. Schulische Entwicklungsziele: Ergebnisse und Wirkungen / Bildungsangebote und Anforderungen / Kooperation und Beteiligung
Schulform

Berufsbildende Schulen,

Berufliches Gymnasium,

Fachoberschule,

Gymnasium,

Hauptschule,

Integrierte Gesamtschule,

Kooperative Gesamtschule,

Oberschule Sek I,

Oberschule Sek II,

Realschule,

Sek I-Bereich,

Sek II-Bereich

Veranstalter
Kompetenzzentrum für Lehrkräftefortbildung (KLBS) TU Braunschweigi
verantwortlich
Veranstaltungsteam
Gerald Hartwig (Leitung)

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