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Veranstaltungsangebote für den schulischen Bildungsbereich in Niedersachsen.

Beratung - Sofortmaßnahmen bei Konflikten im Internet
Nr.
KLG.3718.094
Dauer
Ganztägige Veranstaltung
Anfang
12.09.2018 , 10:00 Uhr
Ende
12.09.2018 , 17:00 Uhr
Anmeldeschluss
04.09.2018
max. Teilnehmer
20
min. Teilnehmer
12
Kosten
85
Adressaten
Zielgruppe sind alle Schulen, wobei der Bedarf bei weiterführenden Schulen am größten ist. Grundschulen sind aber dennoch nicht grundsätzlich ausgeladen, da es auch hier vermehrt zu Konflikten bspw. bei Whatsapp kommt. Die Teilnahme richtet sich an Lehrkräfte und die Schulsozialarbeit.
Beschreibung
Streit bei Whatsapp, Privatsphärenverletzungen mit dem Smartphone oder das Verbreiten von Nacktbildern - leider kommt es immer wieder zu Konflikten, in denen das Internet eine wichtige Rolle spielt. Viele dieser Konflikte wirken sich auf den Schulalltag aus oder haben teilweise sogar dort ihren Ursprung. Wie kann Schule hier reagieren?

Viele Lehrerinnen und Lehrer kennen diese Situationen: 10 Minuten vor Unterrichtsbeginn steht im Lehrerzimmer ein aufgeregtes Elternteil mit einem ausgedruckten Chatverlauf in der Hand, in dem offensichtlich das eigene Kind beleidigt wird, und fordert: „das ist Cybermobbing, machen Sie sofort, dass das aufhört!“. Oder ein Mädchen oder Junge sitzt weinend vor der Schule und traut sich nicht, seinen Klassenkameraden vor die Augen zu treten, weil ein Nacktbild der betroffenen Person auf Schülerhandys kursiert. Oder ein Streit im Klassenchat bei Whatsapp, der bis um 3 Uhr nachts von elfjährigen Schülerinnen und Schülern aufs Bitterste geführt wird – mit der Folge, dass die Klasse am Folgetag nicht mehr miteinander umgehen kann. Der textbasierte Konflikt der Nacht eskaliert im Klassenraum.

Ob Schule will oder nicht – die Frage der Zuständigkeit stellt sich oft nicht, wenn klar ist, dass es teilweise um eindeutige seelische Verletzungen oder zumindest eine Störung des Schulfriedens geht. Offensichtlich ist: in vielen Fällen ist „normales“ Unterrichten im Konfliktfall kaum noch möglich. Hier braucht es erst einmal keine langfristige Mobbingintervention in Form von Sozialtraining o.ä., sondern erst einmal Sofortmaßnahmen: die Kuh (in diesem Falle der Konflikt) muss vom Eis, um dann ggf. langfristig an den Folgen und Ursachen zu arbeiten. Oft entscheiden Minuten - in denen sich eine angemessene Intervention als zielführend erweist oder den Konflikt verhärtet.

Doch wie soll auf ein Phänomen reagiert werden, dass auf den ersten Blick viel undurchschaubarer wirkt als ein klassischer Konflikt auf dem Schulhof? Wie kann Schlimmeres verhindert werden, wenn Bilder oder Videos auf Schülerhandys plötzlich im Umlauf sind? Wann muss Hilfe von außen geholt werden? Wie kann angemessen mit den betroffenen Opfern und Tätern umgegangen werden, damit ein Konflikt nicht durch die Intervention noch mehr eskaliert und Fronten verhärten?

Viele Schulen fühlen sich derzeit überfordert und engagierte Lehrkräfte nicht ausreichend fortgebildet; smiley e.V. bietet seit einigen Jahren Fortbildungen im Bereich der Prävention im Hinblick auf Konflikte im Internet an. In diesem Rahmen wurde seitens der Schulen vermehrt der Wunsch geäußert, auch eine konkrete Hilfestellung zu erhalten, wenn es trotz Prävention zum Konfliktfall gekommen ist.

Fortbildungsinhalt:
smiley e.V. hat aus Konfliktfällen, bei denen smiley e.V. entweder in der Beratung von Eltern oder Lehrkräften beteiligt war oder von denen Schülern in mittlerweile über 1.000 Klassenworkshops pro Schuljahr berichteten, ca. 150 Fälle ausgewertet und auf Parallelen und Mechanismen hin untersucht. Daraus ist eine Fortbildung für Lehrkräfte oder Schulsozialarbeiter entstanden. Ziel ist es, Schulen zu ermöglichen, unmittelbar auf Konflikte zu reagieren und im Sinne von Sofortmaßnahmen den beteiligten Schülern helfen zu können. Sowohl das schnelle Eindämmen einer Verbreitung sowohl von verunglimpfenden Fotos oder Videos als auch eine Intervention von Konflikten in geschlossenen Gruppen bei Whatsapp o.ä. spielen hierbei eine wichtige Rolle. Falsch empfundene Schuldzuweisungen müssen verhindert werden – nicht selten kommt es zu einer Konfrontation zwischen intervenierenden Lehrkräften und Teilen der Schülerschaft, die unmittelbar erst einmal unbeteiligt wirkte. Darauf aufbauend kann dann langfristig die richtige Strategie entwickelt werden, wie eine geeignete Nachsorge aussehen muss.

Anhand von ausgewählten Fallbeispielen aus dem Erfahrungsschatz von smiley e.V. werden Konflikte analysiert und die Mechanismen einer Eskalation deutlich. Auf dieser Grundlage werden verschiedene Ansätze der Intervention diskutiert und bewertet.

Weitere Aspekte:
- Strafbare Handlungen und juristische Aspekte:
Was darf eine Schule? Wo kann die Polizei hilfreich sein?
- Melden, Blockieren und Löschen:
Welche technischen Möglichkeiten von Facebook, Instagram, Whatsapp oder ask.fm können hilfreich sein?
- Eltern als Teil der Lösung oder als Teil des Problems:
Wann ist es sinnvoll, Eltern unmittelbar mit einzubinden und wann führt dieses eher zu einer weiteren Eskalation?
- Weitere Hilfen:
Welche Hilfsangebote gibt es bspw. online oder ggf. vor Ort?


Umfang und Ablauf:
Fortbildungstag

Der wesentliche Teil der Fortbildung besteht aus einem Fortbildungstag. Die Teilnahme erfordert keinerlei Vorkenntnisse im Bereich der Mediennutzung. Die Gruppengröße beträgt max. 20 Personen, bei denen jeweils zwei Teilnehmer aus einer Schule stammen können. So können an einem Fortbildungstag zehn Schulen erreicht werden. Die Idee hinter dieser Gruppenzusammensetzung ist, dass nicht jede Lehrerkraft fortgebildet werden muss, sondern möglichst viele Schulen über eine oder zwei fortgebildete Person verfügt, die dann im Konfliktfall innerhalb der Schule eingreifen kann.

Sofortmaßnahmen-Leitfaden
Die Teilnehmer bekommen einen Reader an die Hand, in dem die wesentlichen Aspekte der Fortbildung im Sinne eines Nachschlagewerks zu finden sind. Dieser Reader ist als Begleitmaterial zu verstehen und kann nicht die Teilnahme am Fortbildungstag ersetzen. Er wird für jede Gruppe individuell angefertigt. Schaubilder, Grafiken und knappe Zusammenfassungen bspw. von relevanten juristischen Aspekten sollen im Falle einer Intervention helfen.

Nachbereitung
Wünschenswert ist eine Vernetzung der Teilnehmer im Anschluss an den Fortbildungstag. In einem Austausch sollen die Teilnehmer von den praktischen Erfahrungen der anderen Teilnehmer profitieren. Die Art und Weise der Vernetzung hängt von den Ressourcen der Teilnehmer ab.

„Updates“
Um die Nachhaltigkeit einer Fortbildung in diesem sehr schnelllebigen Themenkomplex zu gewährleisten, erhalten die Teilnehmer langfristig regelmäßige Informationen seitens smiley e.V., in denen ggf. neue auffällige Portale oder Apps, interessante Gerichtsurteile oder andere die Fortbildung betreffende Aspekte beleuchtet werden.

Referent:
Moritz Becker ist Sozialpädagoge, Eltern-Medien-Trainer und „nebenbei“ selbst Vater. Er arbeitet für den Verein smiley e.V. aus Hannover. Außerdem ist er Lehrbeauftragter an der Universität Hannover und freiberuflich unter anderem für die niedersächsische Landesmedienanstalt tätig.



WICHTIGE HINWEISE:

Einladung
Die Einladung zur Veranstaltung erhalten Sie nach dem Meldeschluss.

Teilnahmebedingungen
Bitte beachten Sie, dass Sie mit Ihrer Anmeldung zu dieser Veranstaltung die „Bedingungen für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen des Kompetenzzentrums für Lehrerfortbildung der Leuphana Universität Lüneburg (KLG)“ akzeptieren.
Bitte beachten Sie insbesondere die Bedingungen für einen Rücktritt von der Veranstaltung:
Rücktritt
Ein kostenloser Rücktritt ist bis zum Meldeschluss möglich und erfolgt per E-Mail an das Kompetenzzentrum für Lehrerfortbildung (KLG): komze@leuphana.de
Für die gemeldete Person kann im Falle der Verhinderung eine geeignete Ersatzperson mit allen erforderlichen Daten benannt werden. Die Änderung ist dem Kompetenzzentrum für Lehrerfortbildung (KLG) per E-Mail mitzuteilen.

Sie finden die Teilnahmebedingungen unter:

http://www.leuphana.de/fileadmin/user_upload/fakultaet1/lehrerfortbildung/files/Teilnahmebedingungen_und_Vertraege/Teilnahmebedingungen.pdf

Schlagworte: Internet, Konflikte, Prävention, Beratung
Zielsetzung
Die Teilnehmer*Innen der Fortbildung werden anhand ausgewählter Fallbeispiele Konflikte analysieren und die Mechanismen einer Eskalation verdeutlicht bekommen. Auf dieser Grundlage werden verschiedene Ansätze der Intervention diskutiert und bewertet.
Schulform

beliebig

Veranstalter
Kompetenzzentrum Leuphana Universität Lüneburg i
Veranstaltungsteam
Moritz Becker (Leitung)

Anmeldung nicht möglich: Der Anmeldeschluss ist schon vorbei

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